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Ca. 11,8 Mio Euro – KreativCampus: Beschluss ohne Konzept, aber unter Druck?!

In der aktuellen Sitzungsrunde steht der Umbau der "Alten Weberei" zum Kreativcampus zur Diskussion. Dieses Projekt hat seinen Ursprung im Wettbewerb Zukunftsstadt, der vor etwa zehn Jahren ins Leben gerufen wurde. In einem Beteiligungsworkshop im Jahr 2024 wurden Ideen für eine mögliche Nutzung gesammelt und in einem weiteren Workshop wurde die Vorplanung vorgestellt. Diese sieht Baukosten von rund 11,8 Millionen Euro vor, von denen knapp 10 Millionen durch Fördermittel gedeckt werden sollen.

Umfrage KreativCampus Finsterwalde

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Wie immer lässt sich ein derartiges Vorhaben und die damit verbundenen Diskussionen nicht in wenigen Sätzen zusammenfassen. Daher wäre es schön, wenn vor der Teilnahme an unserer jetzigen Umfrage Informationen zum Projekt eingeholt und auch nachfolgende Informationen zur Kenntnis genommen werden.

Welche Informationen gibt es bisher?

Wie bereits erwähnt, soll die "Alte Weberei" auf dem Gelände der Kulturweberei umgebaut und zu einem Raum für Künstler gestaltet werden. Konkrete Informationen zum späteren Betrieb konnte die Stadtverwaltung bislang jedoch nicht liefern, obwohl dies vor einer Beschlussfassung eigentlich selbstverständlich sein sollte. Bisher liegt lediglich die bauliche Planung mit einer Bausumme vor. Erfreulicherweise stehen knapp 10 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung, jedoch gibt es bislang keine konkreten Aussagen für den laufenden Betrieb.

Die Stadtverwaltung hat zum Thema u.a. folgende Informationen veröffentlicht:

Konkrete Informationen fehlen – Anfragen werden nicht zufriedenstellend beantwortet

Bereits im Juni 2024 haben wir unser Votum für die Vorplanung des Projekts abgegeben und gleichzeitig darauf hingewiesen, dass die Informationslage noch äußerst dürftig ist. Vor einer endgültigen Beschlussfassung zum Bau müssten und wollten wir daher grundlegende Fragen geklärt werden / haben (siehe Protokoll TOP 8 vom 20.06.2024). Leider hat sich seitdem, abgesehen von dem baulichen Bericht, nichts an der Informationslage geändert.

So konnte der Bürgermeister auf zentrale Fragen, wie die zu erwartende Personalsituation, Einnahmen, Nutzungsgebühren, die Auslastung der drei großzügig dimensionierten Etagen oder die Betreuung der Kletterwand, keine konkreten Antworten geben. Stattdessen wurde lediglich auf das noch zu erstellende Betreiberkonzept verwiesen, das jedoch erst nach der Beschlussfassung erarbeitet werden soll.

Bürgermeister verweist auf engen Zeitplan und kritisiert Freie Wähler

Sowohl in der Beschlussvorlage als auch in der Diskussion betont der Bürgermeister den engen Zeitplan. Um die Fördermittel nicht zu gefährden, muss der Umbau bis Ende 2027 abgeschlossen sein, der Bauantrag soll bereits im März 2025 eingereicht werden.

Die Freien Wähler Finsterwalde haben – wie schon häufiger – die Finsterwalder Bürgerschaft im letzten Jahr in einer Umfrage nach ihrer Meinung zum Thema befragt und Nutzungsvorschläge eingeholt. Überraschenderweise bemängelte der Bürgermeister, dass unsere Wählergruppe die Ergebnisse der Umfrage bislang nicht der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt habe. Da wir alle berufstätig sind und nicht den Job des Bürgermeisters übernehmen können, hatte die Weiterleitung der Umfrage nicht oberste Priorität. Eine einfache Nachfrage/Erinnerung hätte genügt – selbstverständlich hätten wir die Informationen dann entsprechend weitergegeben. Ehrenamtliche jedoch in einer öffentlichen Sitzung für diesen Punkt zu kritisieren, sagt viel über die Haltung der Verwaltungsleitung aus. Natürlich haben wir die Ergebnisse dennoch nach dem Hinweis des Bürgermeisters übermittelt - denn uns geht es um die Sache. 

Vorschläge zur Nutzung, aber auch deutliche Kritik

Unsere damalige Umfrage wurde, insbesondere was schriftliche Meinungsäußerungen betrifft, eher zurückhaltend angenommen. Während einige Vorschläge zur Nutzung eingereicht wurden, gab es auch Kritik am Vorhaben.

Die Befürworter sehen den Kreativcampus als wertvolle Bereicherung für die Stadt. Sie betonen, dass er vielseitige Nutzungsmöglichkeiten wie Ateliers, Proberäume für Musiker und Bands, Kreativwerkstätten, Seminar- und Konferenzräume sowie ein Café bieten könnte. Besonders hervorgehoben wurde die Förderung von Kunst, Kultur und lokaler Kreativität durch Workshops, Ausstellungen und offene Bürgerbeteiligung. Zudem könnte der Campus ein Treffpunkt für Vereine, Kunst- und Kulturschaffende werden, kostengünstige Räumlichkeiten für Bands, Sportgruppen und Fortbildungen bereitstellen und sogar einen jährlichen Kreativmarkt ermöglichen. Auch soziale Aspekte, wie ein Senioren-Café und die Präsentation einheimischer Vereine zur Mitgliedergewinnung, werden als Vorteile genannt.

Die Kritiker bemängeln, dass dringendere Probleme, wie die Instandsetzung von Rad- und Fußgängerwegen sowie die allgemeine Infrastruktur, Vorrang haben sollten. Zudem wird die Finanzlage der Stadt angeführt, während ein tragfähiges wirtschaftliches Konzept für den Kreativcampus fehlt und dessen langfristige Nutzung fraglich ist. Es wurde angemerkt, dass Steuergelder für wichtigere Dinge eingesetzt werden sollten (bspw. für die Verbesserung der Wohnatmosphäre). Zudem wird bezweifelt, ob für die neuen Räume überhaupt ein Bedarf besteht, da in der Stadt bereits zahlreiche Leerstände und ungenutzte Coworking-Spaces vorhanden sind.

Musikschule wohl nicht interessiert – Sänger können Frack und Zylinder lagern

Anders als in einigen Äußerungen behauptet, soll die Musikschule bisher keine Anfragen zur Nutzung der Räumlichkeiten gestellt haben – so zumindest die Antwort der Verwaltung auf unsere Nachfrage. Der Bürgermeister relativierte frühere Aussagen und sprach vage von „Interesse von Künstlern, die unabhängig von der Musikschule agieren.“

Eine weitere, bereits länger gewünschte Nutzung wäre laut Bürgermeister, dass die Finsterwalder Sänger ihre Fracks und Zylinder im neuen Objekt lagern können. Offensichtlich gibt es in der Stadtverwaltung derzeit keine Räumlichkeiten, die dies ermöglichen.

Freie Wähler regen Zusammenlegung mit WhiteHouse an

In den beiden Ausschüssen, die die aktuelle Vorlage bislang behandelt haben, gab es von anderen Fraktionen überhaupt keine Wortmeldungen. Wir waren die einzige Fraktion, die einen Fragenkatalog an die Stadtverwaltung geschickt hat, in dem wir unter anderem die Zusammenlegung des WhiteHouse mit dem KreativCampus hinterfragt haben. Schließlich existieren bereits Räumlichkeiten, die die geplanten Nutzungen größtenteils abdecken könnten. Zudem wäre es eine Überlegung wert, die Angebote des WhiteHouse künftig im KreativCampus unterzubringen.
Beide Varianten würden einen sparsamen Umgang mit Steuergeldern bedeuten, anstatt zusätzliche Flächen zu schaffen, die finanziert werden müssen. Die Stadtverwaltung sieht dies jedoch nicht als Option, da es sich aus ihrer Sicht um „unterschiedliche Nutzergruppen“ handelt.

„Zustimmung unter den vorliegenden Bedingungen schwierig“

„Wir begrüßen grundsätzlich die Idee, eine Nachnutzung für die Alte Weberei zu prüfen, und freuen uns über die Fördermittelzusagen. Allerdings hat dieses Projekt zum aktuellen Zeitpunkt zwei Seiten. Selbst auf direkte Nachfrage liegen uns keine konkreten Nutzungspläne vor. Es wird mit allgemeinen Begriffen gearbeitet und Vereine werden als potenzielle Betreiber ins Spiel gebracht, ohne dass dies ausreichend geprüft wurde. Mit dem Beschluss würde eine weitere Immobilie auf Kosten der Steuerzahler geschaffen – und das in einer Stadt mit rückläufiger Bevölkerungszahl. Vor Projektstart muss geklärt sein, wie die Personalsituation aussieht und wie die verschiedenen Bereiche, insbesondere auch die Kletterwand, betrieben und beaufsichtigt werden. Unter den aktuellen Bedingungen ist eine Zustimmung für uns schwierig“, fasst Ronny Zierenberg, Vorsitzender der Freien Wähler Finsterwalde, die Situation zusammen.

In der Stadtverordnetenversammlung am 26.02.25 um 18 Uhr steht der Umbau zur Abstimmung.

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